Aufgabe #31
Identitätsrad
Autoren: Dr Małgorzata Szkup
35–45 minutes
Beschreibung
Eine individuelle Reflexionsübung, bei der die Studierenden ein fünfteiliges Identitätsrad ausfüllen, die wichtigste Gruppenzugehörigkeit markieren und anschließend an einer stillen Gruppenaktivität und strukturierten Diskussion teilnehmen.
Methodischer Leitfaden
Ziele
Schärfung des Bewusstseins der Studierenden dafür, dass jede Person mehrere gleichzeitige soziale und kulturelle Zugehörigkeiten hat.
Anregung zur Reflexion darüber, welche Aspekte der Identität bewusst und welche „unsichtbar” bleiben.
Steigerung der Sensibilität für Gruppenvielfalt und Mehrheits–Minderheits-Dynamiken.
Aufbau des Verständnisses, dass Identität komplex, fließend und mehrdimensional ist.
Stärkung der Reflexionskompetenz und der Fähigkeit, eigene emotionale Reaktionen in sozial exponierten Situationen zu beobachten.
Förderung einer Haltung kultureller Offenheit und Bescheidenheit.
Anregung zur Reflexion darüber, welche Aspekte der Identität bewusst und welche „unsichtbar” bleiben.
Steigerung der Sensibilität für Gruppenvielfalt und Mehrheits–Minderheits-Dynamiken.
Aufbau des Verständnisses, dass Identität komplex, fließend und mehrdimensional ist.
Stärkung der Reflexionskompetenz und der Fähigkeit, eigene emotionale Reaktionen in sozial exponierten Situationen zu beobachten.
Förderung einer Haltung kultureller Offenheit und Bescheidenheit.
Erwartete Ergebnisse
Nach Abschluss der Übung ist der Studierende in der Lage:
- Die Mehrdimensionalität der eigenen Identität zu erkennen
- Mehrheits-Minderheits-Dynamiken zu verstehen
- Den Einfluss von Zugehörigkeiten auf Emotionen und Verhalten zu analysieren
- Vereinfachungen und Stereotypisierung in der Interaktion mit Patientinnen und Patienten zu vermeiden
- Beziehungen aufzubauen, die auf Empathie und kultureller Bescheidenheit basieren
- Die Mehrdimensionalität der eigenen Identität zu erkennen
- Mehrheits-Minderheits-Dynamiken zu verstehen
- Den Einfluss von Zugehörigkeiten auf Emotionen und Verhalten zu analysieren
- Vereinfachungen und Stereotypisierung in der Interaktion mit Patientinnen und Patienten zu vermeiden
- Beziehungen aufzubauen, die auf Empathie und kultureller Bescheidenheit basieren
Übungsablauf
Einführung (2–3 Min.): Erkläre die Ziele; betone Anonymität und Nicht-Bewertung; weise auf die Wichtigkeit von Stille hin.
Ebene 1 – Einzelarbeit (5–7 Min.): Die Studierenden füllen die fünf Radsegmente aus und markieren das wichtigste.
Ebene 2 – Gruppenaktivität (8–10 Min.): Die Lehrperson liest Kategorienamen vor (z. B. Geschlecht, Sprache, Beruf, Herkunft). Teilnehmende, die zu dieser Kategorie gehören, stehen auf; nur jene, für die sie am wichtigsten ist, bleiben stehen.
Ebene 3 – Diskussion (15–20 Min.): Was war das Ziel? Welche Emotionen entstanden? Hast du eine Zugehörigkeit übersehen? Was ist Identität?
Zusammenfassung (5–10 Min.): Betone die Mehrdimensionalität der Identität und die personzentrierte Sprache.
Abschlussreflexion (5 Min.): „Welche neuen Erkenntnisse habe ich über meine eigene Identität gewonnen und wie werden sie meine künftigen Beziehungen zu Patienten beeinflussen?”
Ebene 1 – Einzelarbeit (5–7 Min.): Die Studierenden füllen die fünf Radsegmente aus und markieren das wichtigste.
Ebene 2 – Gruppenaktivität (8–10 Min.): Die Lehrperson liest Kategorienamen vor (z. B. Geschlecht, Sprache, Beruf, Herkunft). Teilnehmende, die zu dieser Kategorie gehören, stehen auf; nur jene, für die sie am wichtigsten ist, bleiben stehen.
Ebene 3 – Diskussion (15–20 Min.): Was war das Ziel? Welche Emotionen entstanden? Hast du eine Zugehörigkeit übersehen? Was ist Identität?
Zusammenfassung (5–10 Min.): Betone die Mehrdimensionalität der Identität und die personzentrierte Sprache.
Abschlussreflexion (5 Min.): „Welche neuen Erkenntnisse habe ich über meine eigene Identität gewonnen und wie werden sie meine künftigen Beziehungen zu Patienten beeinflussen?”
Durchführungsform
Stufe 1 — Einzelarbeit: Studierende erstellen ihr Identitätsrad und markieren ihre wichtigste Gruppe.
Stufe 2 — Gruppenaktivität (ohne Kommentar): Basierend auf den vom Facilitator vorgelesenen Kategorien zeigen Studierende ihre Zugehörigkeiten durch Aufstehen oder Sitzenbleiben.
Zusammenfassung — Gruppendiskussion: Die Gruppe diskutiert psychologische und soziale Mechanismen, die die Wahrnehmung von Identität beeinflussen.
Stufe 2 — Gruppenaktivität (ohne Kommentar): Basierend auf den vom Facilitator vorgelesenen Kategorien zeigen Studierende ihre Zugehörigkeiten durch Aufstehen oder Sitzenbleiben.
Zusammenfassung — Gruppendiskussion: Die Gruppe diskutiert psychologische und soziale Mechanismen, die die Wahrnehmung von Identität beeinflussen.
Rolle der Lehrkraft
- Schafft eine Atmosphäre der Sicherheit und Anonymität
- Begleitet den Prozess ohne zu urteilen
- Betont die Bedeutung von Reflexion und kulturellem Bewusstsein
- Erklärt die während der Übung aufgedeckten psychologischen Mechanismen
- Verbindet die Übung mit der medizinischen Praxis
- Begleitet den Prozess ohne zu urteilen
- Betont die Bedeutung von Reflexion und kulturellem Bewusstsein
- Erklärt die während der Übung aufgedeckten psychologischen Mechanismen
- Verbindet die Übung mit der medizinischen Praxis
Theoretische Grundlagen
Gestaltung einer effektiven Bildungserfahrung (basierend auf dem EMPOWER-Modell).
Desorientierendes Dilemma: Studierende entdecken, dass ihre Identität aus mehreren gleichzeitigen Zugehörigkeiten besteht, von denen einige «offensichtlich» und andere «unsichtbar» sind. Sie konfrontieren dies dann mit der sozialen Kategorisierung von Gruppen und ihrem Gefühl, zur Mehrheit oder Minderheit zu gehören.
Kritische Reflexion: Studierende analysieren, welche Elemente sie übersehen haben und warum, welche Emotionen aus der Zugehörigkeit zu einer Minderheitengruppe entstehen und welche psychologischen Mechanismen die Wahrnehmung von Identität beeinflussen.
Dialog und Handeln: Die Gruppendiskussion ermöglicht den Austausch von Perspektiven und die Erkenntnis, dass die Identitäten anderer ebenso vielschichtig sind wie die eigene.
Die Übung verdeutlicht Mechanismen wie: Gruppentransparenz, Gruppenhomogenitätseffekt, die Rolle des Sicherheitsgefühls und die Bedeutung der «Person-zuerst»-Sprache.
Desorientierendes Dilemma: Studierende entdecken, dass ihre Identität aus mehreren gleichzeitigen Zugehörigkeiten besteht, von denen einige «offensichtlich» und andere «unsichtbar» sind. Sie konfrontieren dies dann mit der sozialen Kategorisierung von Gruppen und ihrem Gefühl, zur Mehrheit oder Minderheit zu gehören.
Kritische Reflexion: Studierende analysieren, welche Elemente sie übersehen haben und warum, welche Emotionen aus der Zugehörigkeit zu einer Minderheitengruppe entstehen und welche psychologischen Mechanismen die Wahrnehmung von Identität beeinflussen.
Dialog und Handeln: Die Gruppendiskussion ermöglicht den Austausch von Perspektiven und die Erkenntnis, dass die Identitäten anderer ebenso vielschichtig sind wie die eigene.
Die Übung verdeutlicht Mechanismen wie: Gruppentransparenz, Gruppenhomogenitätseffekt, die Rolle des Sicherheitsgefühls und die Bedeutung der «Person-zuerst»-Sprache.
Praktische Anwendung
Die Übung hilft Studierenden besser zu verstehen, dass Patientinnen und Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen vielschichtige Identitäten haben, die Kommunikation, Erwartungen, Verhalten und das Sicherheitsgefühl in klinischen Beziehungen beeinflussen. Das Verständnis der Identitätskomplexität unterstützt den Aufbau von Beziehungen, die auf Empathie, Offenheit und einer Kultur der Zusammenarbeit basieren.
Wissenstransfer
Teilnehmende übertragen ihre Reflexionen auf berufliche Kontexte: Erkennen, welche Aspekte der Patientenidentität sichtbar sind und die Therapie beeinflussen; Vermeidung von Reduktionismus und Zuschreibung eines einzelnen dominanten Labels; bewusster Umgang mit eigenen Vorurteilen; Verstehen, wie Mehrheits-/Minderheitsdynamiken die Kommunikation beeinflussen. Studierende erhalten Werkzeuge für eine bewusste, reflexive Praxis in kulturell vielfältigen Umgebungen.
Festigung und Reflexion
Die Übung ermöglicht systematische Selbstreflexion über die eigene Identität, Analyse der während der Aktivität auftretenden Emotionen und Arbeit mit einem Reflexionstagebuch. Unterstützende Fragen: «Welche Zugehörigkeit war für mich am sichtbarsten? Warum?» / «Wie habe ich mich gefühlt, als ich zur Mehrheit gehörte? Und zur Minderheit?» / «Welche Aspekte meiner Identität übersehe ich im Alltag und warum?»
Benötigte Ressourcen
Elektronische Geräte wie Tablets, Smartphones oder Laptops mit Zugang zur MultiCultiMed-Plattform. Internetverbindung für den Zugriff auf die Übung auf der Plattform.
Bewertung / Evaluation
Selbstreflexion; Analyse der Emotionen während der Übung; Einschätzung der Fähigkeit, eigene Vorurteile zu erkennen.
Praktische Tipps
- Gewährleisten Sie vollständige Anonymität
- Kommentieren Sie keine individuellen Antworten
- Achten Sie auf Sprache — vermeiden Sie Etikettierung
- Unterstützen Sie Reflexion statt fertige Interpretationen zu liefern
- Kommentieren Sie keine individuellen Antworten
- Achten Sie auf Sprache — vermeiden Sie Etikettierung
- Unterstützen Sie Reflexion statt fertige Interpretationen zu liefern
Diskussionsthemen
- Sichtbare und unsichtbare Elemente der Identität
- Identität und soziale Sicherheit
- Wie soziale Rollen die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten beeinflussen
- Identität und soziale Sicherheit
- Wie soziale Rollen die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten beeinflussen
Weitere Ressourcen
Janiszewski CMS, Friedel E, et al. The relationship between disability identity and use of person-first and identity-first language. Rehabil Psychol. 2025. doi:10.1037/rep0000631.
Best KL et al. Language matters! The long-standing debate between identity-first language and person first language. Assistive Technology. 2022;34(2):127–128.
Stephens MM. Person First Language. Dela J Public Health. 2021;7(2):20–21.
Jetten J et al. Having a lot of a good thing: multiple important group memberships as a source of self-esteem. PLoS One. 2015;10(5):e0124609.
Charles SJ et al. Diversity of Group Memberships Predicts Well-Being. Pers Soc Psychol Bull. 2025;51(5):716–729.
Best KL et al. Language matters! The long-standing debate between identity-first language and person first language. Assistive Technology. 2022;34(2):127–128.
Stephens MM. Person First Language. Dela J Public Health. 2021;7(2):20–21.
Jetten J et al. Having a lot of a good thing: multiple important group memberships as a source of self-esteem. PLoS One. 2015;10(5):e0124609.
Charles SJ et al. Diversity of Group Memberships Predicts Well-Being. Pers Soc Psychol Bull. 2025;51(5):716–729.
Zusätzliche Bemerkungen
Die Übung kann starke Emotionen hervorrufen — der Facilitator sollte die Teilnehmenden unterstützen. Es ist wertvoll, sie mit Themen zu inklusiver Sprache und kultureller Bescheidenheit zu verbinden.