Zum Hauptinhalt springen
Startseite Übungskatalog Weltkarte – kulturelle Perspektiven in der Wahrnehmung der Welt
Aufgabe #40

Weltkarte – kulturelle Perspektiven in der Wahrnehmung der Welt

Autoren: Dr hab. Małgorzata Szkup

30–60 minutes

Weltkarte – kulturelle Perspektiven in der Wahrnehmung der Welt

Beschreibung

Die Studierenden zeichnen aus dem Gedächtnis eine Weltkarte und vergleichen dann ihre Zeichnungen mit alternativen Karten aus verschiedenen Kulturen, um zu erkunden, wie der kulturelle Hintergrund unsere Weltwahrnehmung prägt und welche Konsequenzen das für die medizinische Praxis hat.

Methodischer Leitfaden

Ziele

Das Bewusstsein der Studierenden dafür schärfen, wie der eigene kulturelle Hintergrund ihre Weltwahrnehmung beeinflusst. Reflexion über die Rolle der kulturellen Perspektive bei der Interpretation der Wirklichkeit fördern. Kritisches Denken über globale Narrative und ihre lokalen Repräsentationen anregen. Eine Haltung der Offenheit und kulturellen Bescheidenheit entwickeln.

Erwartete Ergebnisse

Nach Abschluss der Übung sollten die Studierenden in der Lage sein: Ihre eigenen kulturellen Annahmen zu identifizieren und deren Einfluss auf die Wahrnehmung der Realität zu erkennen. Reflexion über kulturelle Vielfalt und die Notwendigkeit von Offenheit zu entwickeln. Ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie der kulturelle Kontext die Interpretation von Informationen und die Kommunikation im beruflichen Umfeld beeinflusst.

Übungsablauf

Einführung (2–3 Min.): Den Studierenden erklären, dass sie eine Zeichenaufgabe erledigen werden, bei der es nicht um die Bewertung künstlerischer Fähigkeiten geht. Abschnitt 1 – Individueller Teil (20 Min. auf der Plattform + Zeichenzeit außerhalb): Studierende zeichnen so detailliert wie möglich eine Weltkarte aus dem Gedächtnis, fotografieren sie, laden das Bild hoch und schreiben eine kurze Reflexion. Abschnitt 2 – Alternative Karten (5–8 Min.): Studierende betrachten fünf Weltkarten aus verschiedenen kulturellen Perspektiven. Abschnitt 3 – Anonyme Reflexion (10 Min.): Studierende antworten auf ausgewählte Impulsfragen und posten an der gemeinsamen Wand. Diskussion (10–15 Min.): Lehrperson leitet das Debriefing mithilfe der Wand. Zusammenfassung (15 Min.): Ethnozentrismus, Eurozentrismus, kultureller Egozentrismus und kartografische Verzerrung einführen. Abschlussreflexion: 'Wie beeinflussen unsere Annahmen und mentalen Bilder die Arbeit mit Patienten aus verschiedenen kulturellen Hintergründen?'

Durchführungsform

Stufe 1 — Einzelarbeit (Zeichnen, Hochladen und schriftliche Reflexion). Stufe 2 — Diashow mit alternativen Karten (fünf Karten aus verschiedenen kulturellen Perspektiven). Stufe 3 — Anonyme Reflexionswand (kurze Reflexionen, die mit Mitstudierenden geteilt werden).

Rolle der Lehrkraft

Leiter und Moderator — bewertet nicht die Zeichnungen oder die Genauigkeit der Karten, sondern regt Diskussion und Reflexion an. Reflexionsprovokateur — stellt Fragen, die Annahmen und Vorurteile der Studierenden hinterfragen. Gruppenfacilitator — sorgt für eine Atmosphäre der Sicherheit, des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts.

Theoretische Grundlagen

Die Übung basiert auf den Prinzipien des transformativen Lernens: Desorientierendes Dilemma: Studierende konfrontieren ihre eigenen mentalen Bilder mit alternativen Darstellungen der Welt. Kritische Reflexion: Sie analysieren, warum sich ihre Zeichnungen von denen anderer und von realen Karten aus verschiedenen Teilen der Welt unterscheiden. Dialog und Handeln: Eine gemeinsame Galerie (physisch oder online) dient als Ausgangspunkt für eine offene Gruppendiskussion. Ergänzend werden authentische Karten aus verschiedenen Kulturen (z. B. China, Australien, USA) eingeführt, um die Reflexion über Eurozentrismus und kartographischen Ethnozentrismus zu vertiefen.

Praktische Anwendung

Die Übung fördert kulturelles Bewusstsein im Kontext der Arbeit mit Patienten, die unterschiedliche Weltanschauungen haben. Sie hilft Studierenden zu verstehen, wie alltägliche Annahmen Kommunikation und Zusammenarbeit beeinflussen. Sie kann als Ausgangspunkt für analoge Situationen in der klinischen Praxis dienen.

Wissenstransfer

Der Studierende entwickelt die Kompetenz zu analysieren, wie kultureller Hintergrund die Wahrnehmung formt — eine Fähigkeit, die in der beruflichen Praxis bei der Arbeit mit Personen verschiedener Hintergründe angewandt werden kann (z. B. unterschiedliche Wertesysteme, Ansätze zu Gesundheit und Körper).

Festigung und Reflexion

Reflexion über persönliche kognitive Filter als Element der Selbstbewertung bei der Entwicklung kultureller Kompetenz. Selbstreflexion im Reflexionstagebuch, z. B.: Welche interessante Erkenntnis habe ich heute über die Art gewonnen, wie ich die Welt wahrnehme?

Benötigte Ressourcen

Elektronisches Gerät mit Internetzugang für die Plattform. Papierblätter und Marker/Stifte zum Zeichnen. Kamera oder Smartphone zum Fotografieren der Zeichnung.

Bewertung / Evaluation

Bitten Sie die Studierenden, eine Selbstreflexion in ihrem Reflexionstagebuch festzuhalten: 'Welche interessante Erkenntnis habe ich heute über die Art gewonnen, wie ich die Welt wahrnehme?'

Praktische Tipps

Stellen Sie die Anonymität der Karten sicher — die Übung dreht sich um Reflexion, nicht um künstlerische Qualität. Vermeiden Sie Bewertungen — jede Zeichnung ist als Ausdruck einer subjektiven Perspektive wertvoll. Schließen Sie die Übung mit einer offenen Frage oder einer kurzen Selbstreflexion ab.

Diskussionsthemen

Welche anderen 'mentalen Karten' erstellen wir in unserem Kopf basierend auf unserer Erziehung und Umgebung? Sind wir in der Lage, die Welt aus der Perspektive einer anderen Kultur zu verstehen? Wie beeinflusst die Wahrnehmung eines 'Zentrums der Welt' die Kommunikation mit einem Patienten aus einem anderen kulturellen Hintergrund? Welche Risiken birgt die unbewusste Annahme, dass 'unsere' Perspektive universell ist?

Weitere Ressourcen

Ghosh, E., Shawoo, Z., & Nazareth, A. (2025). Decolonial climate finance in practice. SEI Working Paper. https://doi.org/10.51414/sei2025.003
Jackson, R. L. (Ed.). Eurocentrism. In The SAGE Encyclopedia of Multicultural Counseling. SAGE Publications.
Rose JP et al. (2008). Cultural differences in unrealistic optimism and pessimism. Pers Soc Psychol Bull, 34(9):1236-48. doi: 10.1177/0146167208319764
Bhugra D. (2004). Migration, distress and cultural identity. Br Med Bull, 69:129-41. doi: 10.1093/bmb/ldh007

Zusätzliche Bemerkungen

Umgewandelt von text_submission (3 Textfelder) zum timer_stage_manager-Komposit am 2026-04-22: Stufe 1 behält die Zeichnungs-Upload-Mechanik (image_upload + textarea) als zentralen pädagogischen Trick mit dem leeren Blatt bei; Stufe 2 fügt eine Diashow mit alternativen Karten hinzu, die PRD Level 3 ('Konfrontation mit alternativen Karten') umsetzt; Stufe 3 fügt eine anonyme Reflexionswand für den Vergleich unter Peers hinzu.