Aufgabe #45
Vorurteil: Eine Übung zur Erweiterung des Bewusstseins
Autoren: Emilia Burbela, Olha Fedortsiv, Vladimir Dzyvak
60 min
Beschreibung
Eine erfahrungsorientierte Gruppenarbeit, bei der jede Person eine Identitätskarte wählt und diese Gruppe verteidigt, während die anderen nacheinander stereotypische Bemerkungen machen. Die Übung sensibilisiert für Vorurteile, fördert Empathie und trainiert konstruktive Reaktionen.
Methodischer Leitfaden
Ziele
1. Explizite und implizite Vorurteile in der medizinischen Praxis und im Bildungsumfeld erkennen und klassifizieren.
2. Verbreitete Mythen und Stereotypen kritisch bewerten.
3. Erfahrungsbasierte Empathie entwickeln — die Fähigkeit, die Wirkung von Vorurteilen von innen zu spüren.
4. Konstruktive, nicht aggressive Reaktionen auf Vorurteile üben.
5. Bewusstsein dafür schärfen, wie Sprache und Kontext Vorurteile prägen.
2. Verbreitete Mythen und Stereotypen kritisch bewerten.
3. Erfahrungsbasierte Empathie entwickeln — die Fähigkeit, die Wirkung von Vorurteilen von innen zu spüren.
4. Konstruktive, nicht aggressive Reaktionen auf Vorurteile üben.
5. Bewusstsein dafür schärfen, wie Sprache und Kontext Vorurteile prägen.
Erwartete Ergebnisse
Erkennen und Abschwächen von Vorurteilen: Die Studierenden werden in der Lage sein, mindestens drei potenzielle Vorurteile in ihren eigenen Schlussfolgerungen bei der Fallanalyse zu identifizieren und geeignete Korrekturmaßnahmen oder alternative Ansätze vorzuschlagen.
Reflexion und Aktionsplan: Die Studierenden werden in der Lage sein, eine strukturierte introspektive Reflexion durchzuführen, 1–2 konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Interaktion mit Patienten aus verschiedenen kulturellen oder sprachlichen Kontexten zu formulieren und Kriterien für die Bewertung dieser Veränderungen innerhalb einer Woche zu bestimmen.
Reflexion und Aktionsplan: Die Studierenden werden in der Lage sein, eine strukturierte introspektive Reflexion durchzuführen, 1–2 konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Interaktion mit Patienten aus verschiedenen kulturellen oder sprachlichen Kontexten zu formulieren und Kriterien für die Bewertung dieser Veränderungen innerhalb einer Woche zu bestimmen.
Übungsablauf
1. Einführung (5 Min.): Die Lehrperson erklärt das Ziel — Sensibilisierung für Vorurteile durch offene Diskussionen und Rollenspiele.
2. Gruppenbildung (5 Min.): Die Gesamtgruppe teilt sich in Vierergruppen auf.
3. Kartenwahl und Rollenspiel (20–25 Min.): Eine Person wählt eine Karte. Drei Minuten lang machen die anderen stereotypische Bemerkungen; der Karteninhaber widerlegt jede davon. Wiederholung für alle.
4. Geführte Diskussion (10–20 Min.): Gruppen diskutieren anhand der Reflexionsfragen.
5. Offener Kreis (bis 15 Min.): Alle teilen eine Erfahrung (2–3 Min. pro Person).
6. Schlussfolgerungen (5 Min.): Konkrete Maßnahmen benennen.
2. Gruppenbildung (5 Min.): Die Gesamtgruppe teilt sich in Vierergruppen auf.
3. Kartenwahl und Rollenspiel (20–25 Min.): Eine Person wählt eine Karte. Drei Minuten lang machen die anderen stereotypische Bemerkungen; der Karteninhaber widerlegt jede davon. Wiederholung für alle.
4. Geführte Diskussion (10–20 Min.): Gruppen diskutieren anhand der Reflexionsfragen.
5. Offener Kreis (bis 15 Min.): Alle teilen eine Erfahrung (2–3 Min. pro Person).
6. Schlussfolgerungen (5 Min.): Konkrete Maßnahmen benennen.
Durchführungsform
Gruppenaktivität
Rolle der Lehrkraft
Die Lehrperson leitet die Übung durch klare Anweisungen und Taktung an, moderiert die Diskussion und gibt konstruktives Feedback, stellt Inklusion und Kontextanpassung sicher und fasst die Lernergebnisse und nächsten Schritte zusammen.
Theoretische Grundlagen
Diese Übung basiert auf Kolbs Theorie des erfahrungsbasierten Lernens (konkrete Erfahrung, reflektierende Beobachtung, Konzeptualisierung, aktives Erproben). Sie stützt sich auch auf transformatives Lernen, das Annahmen hinterfragt und einen Perspektivenwechsel in Bezug auf Vorurteile fördert. Der Sozialkonstruktivismus bildet die Grundlage für die kollaborative Wissenskonstruktion: Studierende entwickeln gemeinsam Verständnis durch Dialog, Rollenspiel und kulturell informierte Szenarien innerhalb einer Praxisgemeinschaft.
Praktische Anwendung
Verbesserung der patientenzentrierten Versorgung: Die Teilnehmenden erlangen ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse, Präferenzen und Werte der Patienten, was zu respektvolleren und individuelleren Pflegeplänen führt. Unterstützung ethischer Entscheidungsfindung: Die Übung entwickelt die Fähigkeit, zu erkennen, wie Vorurteile klinische Urteile und Ressourcenzuteilung beeinflussen. Entwicklung reflexiver Praxis und lebenslangen Lernens: Durch die Überprüfung von Annahmen und die Bewertung von Erkenntnissen über verbreitete Vorurteile entwickeln die Lernenden die Gewohnheit, ihre Überzeugungen und Praktiken kritisch zu hinterfragen.
Wissenstransfer
Die Übung fördert die patientenzentrierte Versorgung durch Stärkung des Bewusstseins für Vorurteile und Entwicklung empathischer Kommunikation. Sie verbessert die interprofessionelle Zusammenarbeit durch Klärung der Rollen, Überwindung von Vorurteilen und Koordination einer kulturell angemessenen Versorgung. In der medizinischen Ausbildung integriert die Übung erfahrungsbasiertes Lernen in die Curricula und entwickelt Bewertungsinstrumente auf Basis realer Szenarien.
Festigung und Reflexion
I. Fragen zur Selbstreflexion (Tagebucheinträge)
- Welche Vorurteile habe ich während dieser Übung bemerkt und wie könnten sie meine Entscheidungen beeinflussen?
- Welche drei Aspekte meiner Patientenkommunikation müssen aufgrund der heutigen Erfahrung verbessert werden?
- Welche neue Strategie zur Interpretation von Patientenwünschen bin ich bereit, nächste Woche umzusetzen?
- Welche ethischen Grundsätze sind mir bei der Arbeit mit vielfältigen Patienten am wichtigsten?
II. Themen für die Peer-Diskussion
- Teilen Sie ein Beispiel für eine Situation mit Voreingenommenheit und diskutieren Sie, welche alternativen Ansätze patientenzentrierter gewesen wären.
- Wie können verschiedene Berufsgruppen im Team Vorurteile in der Patientenversorgung unterstützen oder reduzieren?
- Diskutieren Sie einen Fall, in dem Sprache eine Barriere darstellte. Welche Kommunikationsstrategien waren wirksam?
III. Aktivität zur Lernkonsolidierung
Vorurteilskarte: Listen Sie Ihre potenziellen Vorurteile gegenüber bestimmten Patientengruppen auf und markieren Sie konkrete Maßnahmen, die deren Auswirkungen verringern.
- Welche Vorurteile habe ich während dieser Übung bemerkt und wie könnten sie meine Entscheidungen beeinflussen?
- Welche drei Aspekte meiner Patientenkommunikation müssen aufgrund der heutigen Erfahrung verbessert werden?
- Welche neue Strategie zur Interpretation von Patientenwünschen bin ich bereit, nächste Woche umzusetzen?
- Welche ethischen Grundsätze sind mir bei der Arbeit mit vielfältigen Patienten am wichtigsten?
II. Themen für die Peer-Diskussion
- Teilen Sie ein Beispiel für eine Situation mit Voreingenommenheit und diskutieren Sie, welche alternativen Ansätze patientenzentrierter gewesen wären.
- Wie können verschiedene Berufsgruppen im Team Vorurteile in der Patientenversorgung unterstützen oder reduzieren?
- Diskutieren Sie einen Fall, in dem Sprache eine Barriere darstellte. Welche Kommunikationsstrategien waren wirksam?
III. Aktivität zur Lernkonsolidierung
Vorurteilskarte: Listen Sie Ihre potenziellen Vorurteile gegenüber bestimmten Patientengruppen auf und markieren Sie konkrete Maßnahmen, die deren Auswirkungen verringern.
Benötigte Ressourcen
Satz von Identitätskarten (digital oder gedruckt)
Bewertung / Evaluation
Nach Wahl der Lehrperson: Selbsteinschätzung (Fragen zum Reflexionstagebuch, kurze schriftliche Rückmeldung), Peer-Bewertung (Gruppendiskussion, Peer-Feedback) oder Beobachtung durch die Lehrperson (Qualität der Teilnahme, Reflexionstiefe, Engagement in der Diskussion).
Praktische Tipps
Schaffen Sie einen sicheren Raum: Legen Sie Regeln für Respekt, aktives Zuhören und gewaltfreie Kommunikation klar fest. Lassen Sie Raum für verschiedene Stimmen: Fragen Sie diejenigen, die normalerweise schweigen, ob sie bereit sind zu teilen. Machen Sie Notizen und fassen Sie zusammen: Helfen Sie den Teilnehmenden, Muster und Schlussfolgerungen zu erkennen, nicht nur einzelne Aussagen. Setzen Sie Handlungsschritte um: Fragen Sie am Ende jedes Blocks, welche konkreten Maßnahmen die Teilnehmenden bereit sind zu ergreifen.
Diskussionsthemen
Vorurteile in der medizinischen Praxis und Ausbildung
Der Einfluss von Stereotypen in der medizinischen Gemeinschaft und Gesellschaft
Der Einfluss von Stereotypen in der medizinischen Gemeinschaft und Gesellschaft
Weitere Ressourcen
Bernard, Claudia. (2021). Intersectionality for Social Workers: A Practical Introduction to Theory and Practice. 10.4324/9780429467288.
Leifsson, Ágúst & Sigurjónsdóttir, Hanna & Rice, James. (2024). Independent But Alone? A Story of Discrimination and Ableism within the Icelandic Child Protection System. Scandinavian Journal of Disability Research. 26. 337–348.
Gonzalez, Angel. (2024). "Whenever I See Those Little Rainbow Stickers, I Know That There Is a Place You Can Go": Visibility and Sense of Belonging for Queer and/or Trans Community College Students. Journal of Diversity in Higher Education. 18. S433–S446.
Leifsson, Ágúst & Sigurjónsdóttir, Hanna & Rice, James. (2024). Independent But Alone? A Story of Discrimination and Ableism within the Icelandic Child Protection System. Scandinavian Journal of Disability Research. 26. 337–348.
Gonzalez, Angel. (2024). "Whenever I See Those Little Rainbow Stickers, I Know That There Is a Place You Can Go": Visibility and Sense of Belonging for Queer and/or Trans Community College Students. Journal of Diversity in Higher Education. 18. S433–S446.