Zum Hauptinhalt springen
Startseite Übungskatalog Kultur als Werkzeug für individuelle und soziale Identität
Aufgabe #43

Kultur als Werkzeug für individuelle und soziale Identität

Autoren: Olha Fedortsiv, Emilia Burbela, Vladimir Dzyvak

60 min

Kultur als Werkzeug für individuelle und soziale Identität

Beschreibung

Eine Werte-Mapping-Übung, bei der Studierende ihre kulturelle Identität erforschen, indem sie persönliche, regionale und nationale Werte identifizieren und einordnen, diese dann gruppenweise vergleichen, um Empathie, Toleranz und Bewusstsein für kulturelle Vielfalt im Gesundheitsbereich zu entwickeln.

Methodischer Leitfaden

Ziele

Persönliche, familiäre, regionale und nationale kulturelle Werte identifizieren und einordnen; gemeinsame und unterschiedliche Werte in kulturellen Gruppen erkennen; Toleranz und Verständnis für andere Kulturen und Bräuche entwickeln; reflektieren, wie kulturelle Werte die Einstellungen gegenüber Patienten aus verschiedenen Hintergründen beeinflussen.

Erwartete Ergebnisse

Die Studierenden werden in der Lage sein, mindestens drei kulturelle Werte auf jeder Ebene (Familie, Region, Nation) zu identifizieren und sie unter den Mitgliedern der Untergruppe zu vergleichen. Die Studierenden werden 1–2 konkrete Maßnahmen formulieren, um die zwischenmenschliche Interaktion mit Patienten aus verschiedenen kulturellen oder sprachlichen Kontexten zu verbessern.

Übungsablauf

Die Lehrperson erklärt den Zweck der Übung (5 Min.). Die Studierenden werden in Untergruppen von 2–4 Personen aufgeteilt. Jede Person führt Stufe 1 individuell durch: Kulturelle Werte werden in Prioritätsstufen sortiert (ca. 10 Min.). Die Studierenden vergleichen ihre Einteilungen in der Untergruppe (ca. 20 Min.). Jede Person führt Stufe 2 durch: schriftliche Reflexion darüber, was sie beim Vergleich überrascht hat (ca. 10 Min.). Ein Vertreter jeder Gruppe teilt wichtigste Erkenntnisse mit der Gesamtklasse (ca. 10 Min.). Gruppenweite Diskussion und Fazit (ca. 5 Min.).

Durchführungsform

Gruppenaktivität (Untergruppen von 2–4 Studierenden). Individuelle Einträge im Arbeitsheft, gefolgt von Gruppenaustausch und Diskussion.

Rolle der Lehrkraft

Die Lehrperson leitet die Übung an, indem sie klare Anweisungen gibt und das Tempo vorgibt, die Diskussion moderiert und konstruktives Feedback liefert, Inklusion und Kontextanpassung sicherstellt und die Lernergebnisse sowie die nächsten Schritte zusammenfasst.

Theoretische Grundlagen

Diese Übung basiert auf dem Verständnis, dass Kultur geschichtet ist, wobei individuelle Sphären konzentrisch angeordnet sind — von der persönlichen und familiären Ebene bis zur lokalen, sozialen und globalen. Kultur umfasst Sprache, Glaubensvorstellungen, Kunst, Traditionen, Wissen, Recht und Denkweisen, die die Identität von Individuen und Gesellschaft formen. Die Übung fördert das Bewusstsein für die eigenen Werte, sodass Studierende bei einem Wertekonflikt abwägen können, inwieweit deren Bedeutung angepasst werden kann, um Schaden zu vermeiden und Verständnis zu fördern.

Praktische Anwendung

Fördert ein harmonisches Zusammenwirken in einem multikulturellen Umfeld, indem Konflikte vermieden werden, die aus einer ungerechtfertigten Priorisierung der eigenen Werte entstehen. Das Training der Teilnehmenden in tolerantem Verhalten ermöglicht es ihnen, die Bedürfnisse, kulturellen Traditionen und Werte der Patienten besser zu verstehen und eine individualisierte Betreuung und Behandlung sicherzustellen.

Wissenstransfer

Die Übung fördert einen individualisierten Ansatz bei der Behandlung und Pflege von Patienten sowie die Entwicklung empathischer Kommunikation. Sie verbessert die interprofessionelle Zusammenarbeit durch den Abbau von Vorurteilen, die klare Definition von Rollen und die Koordination einer kulturell angemessenen Versorgung.

Festigung und Reflexion

Fragen zur Selbstreflexion: Welche Vorurteile habe ich während dieser Übung bemerkt und wie könnten sie meine Entscheidungen beeinflussen? Welche neue Strategie zur Interpretation von Patientenwünschen bin ich bereit umzusetzen? Welche ethischen Grundsätze leiten meine Arbeit mit vielfältigen Patienten? Welche konkrete Aufgabe bin ich bereit, in der nächsten Woche zu übernehmen, um den Einfluss von Vorurteilen in meinen Beziehungen zu verringern?

Benötigte Ressourcen

Individuelles Arbeitsheft oder Online-Arbeitsbereich zur Erfassung der Werte.

Bewertung / Evaluation

Die Lehrperson bewertet die Teilnahme jedes Studierenden an der Diskussion über die kulturellen Werte der Mitstudierenden, die Einstufungen und Begründungen sowie die schriftliche Reflexion zum Gruppenvergleich.

Praktische Tipps

Ermutigen Sie die Teilnehmenden, über offensichtliche nationale Symbole hinauszudenken und sich auf alltägliche Bräuche, Familientraditionen und persönliche Werte zu konzentrieren. Sorgen Sie für eine sichere und respektvolle Atmosphäre zum Teilen. Erinnern Sie die Studierenden daran, dass die Stufensortierung keine richtige Antwort hat — der Wert der Nachbesprechung liegt in der Divergenz.

Diskussionsthemen

Abschnitt 2 — Reflexion zum Gruppenvergleich
Sie haben soeben Ihre Prioritätseinteilungen mit Ihrer Gruppe verglichen. Schreiben Sie nun eine kurze Reflexion über das, was Sie am meisten überrascht hat.
- Was hat Sie überrascht, als Ihre Gruppe die Prioritätsstufen verglichen hat?

Weitere Ressourcen

Um das Lernen zu vertiefen, schreiben Sie einen Aufsatz über „Die kulturellen Werte Ihrer Nation“.
Empfohlene Lektüre: Enwere et al. (2024), Harnessing Language and Culture for Community Cohesion; Gerchanivska (2021), Cultural identity as a resource for social development.

Zusätzliche Bemerkungen

Diese Übung ist Teil von Modul 10: Der Einfluss kultureller Faktoren auf Einstellungen zu Gesundheit und Krankheit. Am 22.04.2026 von text_submission (5 Textbereiche) auf timer_stage_manager (drag_to_category + text_submission) umgestellt, um den Studierenden eine haptische Wertesortierung vor der schriftlichen Reflexion zu ermöglichen.