Aufgabe #22
Versorgung einer muslimischen Patientin
Autoren: Dr n. zdr. Aleksandra Brodowska
70-75 minutes
Beschreibung
Eine medizinische Simulation, in der Studierende Aisha Al-Karim, eine 32-jährige syrisch-muslimische Patientin, die mit akuten Bauchschmerzen in die Notaufnahme kommt und von ihrem Ehemann Omar begleitet wird, versorgen. In Gruppen mit zugewiesenen Rollen navigieren Studierende die Komplexität der Kommunikation mit der Patientin und ihrem Ehemann, respektieren islamische Prinzipien (einschließlich Ramadan-Fasten und Geschlechternormen), managen Emotionen unter Druck und wenden das EMPOWER-Modell an.
Methodischer Leitfaden
Ziele
Bewusstsein dafür entwickeln, wie eigene kulturelle, emotionale und kognitive Filter die Kommunikation mit einer Patientin beeinflussen.
Fähigkeit zur Erkennung kultureller Unterschiede in der klinischen Praxis verbessern.
Fähigkeiten zum Aufbau einer therapeutischen Beziehung mit der Patientin und ihrer Familie stärken.
An einer medizinischen Simulation teilnehmen, die die praktische Anwendung des EMPOWER-Modells in einem klinischen Kontext ermöglicht.
Professionelle Kompetenzen mit kultureller Bescheidenheit integrieren.
Fähigkeit zur Erkennung kultureller Unterschiede in der klinischen Praxis verbessern.
Fähigkeiten zum Aufbau einer therapeutischen Beziehung mit der Patientin und ihrer Familie stärken.
An einer medizinischen Simulation teilnehmen, die die praktische Anwendung des EMPOWER-Modells in einem klinischen Kontext ermöglicht.
Professionelle Kompetenzen mit kultureller Bescheidenheit integrieren.
Erwartete Ergebnisse
Nach Abschluss der Übung sollten die Studierenden in der Lage sein:
Kulturelle Elemente zu erkennen, die die Kommunikation beeinflussen (Ramadan, Geschlechterrollen, familiäre Beteiligung an der Entscheidungsfindung).
Elemente des EMPOWER-Modells zu identifizieren, die bei der Versorgung der Patientin angewendet wurden.
Schlussfolgerungen zu formulieren, wie die Simulationserfahrung in die berufliche Praxis übertragen werden kann.
Den Respekt vor der Kultur der Patientin mit rechtlichen und ethischen Standards in Einklang zu bringen.
Bewusstsein für die religiöse Befreiung vom Fasten während des Ramadan bei medizinischer Notwendigkeit zu demonstrieren.
Kulturelle Elemente zu erkennen, die die Kommunikation beeinflussen (Ramadan, Geschlechterrollen, familiäre Beteiligung an der Entscheidungsfindung).
Elemente des EMPOWER-Modells zu identifizieren, die bei der Versorgung der Patientin angewendet wurden.
Schlussfolgerungen zu formulieren, wie die Simulationserfahrung in die berufliche Praxis übertragen werden kann.
Den Respekt vor der Kultur der Patientin mit rechtlichen und ethischen Standards in Einklang zu bringen.
Bewusstsein für die religiöse Befreiung vom Fasten während des Ramadan bei medizinischer Notwendigkeit zu demonstrieren.
Übungsablauf
Phase 1 – Vorbriefing (20 Min.): Studierende über Thema, Ziel und Struktur informieren. Eröffnungsfragen stellen. Zusätzliche Aufgabe vorstellen: Assoziationskarte für den Begriff „muslimische Frau als Patientin“ erstellen. Fallbeschreibung vorstellen. Rollen zuweisen: Studierende 1–4 (aktiv) und Beobachter 1–4.
Phase 2 – Einführung in die Simulationsumgebung (5 Min.): In den Simulationsraum gehen. Mit Manikin und Dokumentation vertraut machen.
Phase 3 – Szenario (15–20 Min.): Notaufnahme eines Krankenhauses in Szczecin. Aisha Al-Karim wartet mit ihrem Ehemann nach der Triage. In der 5. Minute erscheint die Anordnung zur IV-Gabe von 1 g Metamizol in 250 ml 0,9%iger NaCl. Die Patientin verweigert zunächst IV-Therapie wegen Ramadan. Der Ehemann besteht auf Konsultation bei allen klinischen Entscheidungen.
Phase 4 – Nachbesprechung (30 Min.): Analyse der wichtigsten Lernmomente. Reflexion über die islamische Freistellung vom Fasten im Krankheitsfall. Selbsteinschätzung der Kompetenzen auf einer Skala von 1–10.
Phase 2 – Einführung in die Simulationsumgebung (5 Min.): In den Simulationsraum gehen. Mit Manikin und Dokumentation vertraut machen.
Phase 3 – Szenario (15–20 Min.): Notaufnahme eines Krankenhauses in Szczecin. Aisha Al-Karim wartet mit ihrem Ehemann nach der Triage. In der 5. Minute erscheint die Anordnung zur IV-Gabe von 1 g Metamizol in 250 ml 0,9%iger NaCl. Die Patientin verweigert zunächst IV-Therapie wegen Ramadan. Der Ehemann besteht auf Konsultation bei allen klinischen Entscheidungen.
Phase 4 – Nachbesprechung (30 Min.): Analyse der wichtigsten Lernmomente. Reflexion über die islamische Freistellung vom Fasten im Krankheitsfall. Selbsteinschätzung der Kompetenzen auf einer Skala von 1–10.
Durchführungsform
Gruppenbasierte medizinische Simulation (4 aktive Studierende + bis zu 4 beobachtende Studierende). Phase 1: Vorbriefing (20 Min.). Phase 2: Einführung in die Simulationsumgebung (5 Min.). Phase 3: Szenario (15–20 Min.). Phase 4: Nachbesprechung (30 Min.).
Rolle der Lehrkraft
Leitung und Moderation — führt Vorbriefing und Nachbesprechung durch, stellt Eröffnungsfragen, paraphrasiert, wendet motivierende Gesprächsführung und empathische Kommunikation an. Reflexionsfacilitator — hinterfragt Annahmen und Vorurteile; unterstützt die Transformation von «Ich habe es falsch gemacht» zu «Was habe ich heute über mich selbst und die Patientin gelernt?» Gruppenfacilitator — sorgt für eine Atmosphäre der Sicherheit, des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts. Simulationsinstruktor — überwacht die Szenarioumsetzung und führt die Studierenden in die Simulationsumgebung ein. Beobachter — analysiert das Szenario, wählt Fragmente für die Nachbesprechung aus, spiegelt Aussagen der Studierenden, um ihnen bei der Identifikation von Stereotypen und Vorurteilen zu helfen.
Theoretische Grundlagen
Die Übung stützt sich auf das EMPOWER-Modell (Effectiveness, Multicultural, Professionalism, Wellness, Educational Resources), angewandt im klinischen Kontext. Sie nutzt die Theorie des transformativen Lernens: Ein desorientierendes Dilemma konfrontiert die Studierenden mit der Spannung zwischen klinischen Standardverfahren und den religiösen und kulturellen Bedürfnissen der Patientin (Ramadan-Fasten, geschlechterbezogene Normen, Entscheidungsfindung über den Ehemann). Kritische Reflexion während der Nachbesprechung ermöglicht es den Studierenden, eigene Stereotype zu erkennen, Kommunikationsstrategien zu überarbeiten und berufliche Kompetenz mit kultureller Bescheidenheit zu verbinden.
Praktische Anwendung
Studierende begegnen dem desorientierenden Dilemma einer Patientin, die zunächst eine intravenöse Flüssigkeitstherapie während des Ramadan ablehnt und alle Entscheidungen an ihren Ehemann delegiert. Sie müssen einen respektvollen kommunikativen Raum für die Patientin selbst schaffen, Wissen über die religiöse Befreiung vom Fasten bei medizinischer Notwendigkeit demonstrieren, eine körperliche Untersuchung organisieren, die islamische Prinzipien der Geschlechtertrennung respektiert, und einen Pflegeplan aushandeln, der sowohl die klinische Sicherheit als auch die Werte der Patientin wahrt.
Wissenstransfer
Die in diesem Szenario entwickelten Kompetenzen sind universell: Sie lassen sich auf alle klinischen Kontexte übertragen, die kulturelle, religiöse oder weltanschauliche Unterschiede beinhalten. Studierende lernen, dass kulturelle Bescheidenheit, das Aushandeln von Lösungen und die Suche nach Kompromissen zwischen medizinischen Anforderungen und Patientenwerten nicht nur für muslimische Patientinnen und Patienten gelten, sondern für alle Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Wertesystemen, Lebensstilen oder religiösen Überzeugungen.
Festigung und Reflexion
Reflexionstagebuch-Impulse:
Welche Emotionen habe ich erlebt, als die Patientin leise sprach und Entscheidungen an ihren Ehemann delegierte?
Welche automatischen Gedanken sind über die Patientin und ihre Familie aufgekommen?
Sind bei mir Assoziationen oder Stereotype in Bezug auf muslimische Frauen, Ramadan oder Geschlechterrollen in der Familie aufgetreten?
Wie könnten meine Überzeugungen meine Kommunikation und die Interpretation des Verhaltens der Patientin beeinflussen?
Welche guten Praktiken möchte ich in meiner zukünftigen beruflichen Arbeit beibehalten?
Welche Emotionen habe ich erlebt, als die Patientin leise sprach und Entscheidungen an ihren Ehemann delegierte?
Welche automatischen Gedanken sind über die Patientin und ihre Familie aufgekommen?
Sind bei mir Assoziationen oder Stereotype in Bezug auf muslimische Frauen, Ramadan oder Geschlechterrollen in der Familie aufgetreten?
Wie könnten meine Überzeugungen meine Kommunikation und die Interpretation des Verhaltens der Patientin beeinflussen?
Welche guten Praktiken möchte ich in meiner zukünftigen beruflichen Arbeit beibehalten?
Benötigte Ressourcen
Simulationspatienten oder High-Fidelity-Manikins, die Aisha und Omar darstellen. Aufgabenblätter und Klemmbrett mit Stiften für Beobachter. Whiteboard oder Flipchart mit Markern. Skripte für Simulationspatienten oder Sprechschauspieler. IV-Infusionsset mit 1 g Metamizol in 250 ml 0,9% NaCl. Geräte zur Messung der Vitalzeichen. Nierenschale oder Spuckbeutel. Ärztliches Anordnungsformular, Vitalzeichentafel, ausgefülltes peripheres IV-Formular (oder Zugang zur digitalen Dokumentation).
Bewertung / Evaluation
Selbsteinschätzung: Studierende bewerten ihren Kompetenzzuwachs in der Versorgung einer Patientin islamischen Glaubens auf einer Skala von 1 bis 10. Beobachter-Feedback: Jeder Beobachter teilt Erkenntnisse basierend auf dem zugewiesenen Beobachtungsschwerpunkt (Kommunikation und kulturelle Sensibilität; Sicherheit und Vertrauen; therapeutische Beziehung; Engagement und Sicherheit). Nachbesprechungsdiskussion: gemeinsame Analyse der Kommunikationsstrategien, identifizierten Stereotype und Pläne für die berufliche Praxis.
Praktische Tipps
Unterbrechen Sie die Simulation nach ihrem Beginn nicht — lassen Sie die Studierenden gemeinsam nach Lösungen suchen. Schaffen Sie eine sichere Kommunikationsumgebung, damit die Studierenden ihre Beobachtungen und Emotionen offen besprechen können. Wenden Sie die Prinzipien der motivierenden Gesprächsführung und der gewaltfreien Kommunikation an. Nutzen Sie Affirmationen, Paraphrasierung und Klärungsfragen sowohl im Vorbriefing als auch in der Nachbesprechung. Bieten Sie keine ärztliche Konsultationsmöglichkeit an — das Szenario erfordert, dass die Studierenden die kulturelle und klinische Spannung eigenständig lösen.
Diskussionsthemen
Welche anderen Patientengruppen könnten auf ähnliche Barrieren stoßen (Migranten aus anderen Kulturen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen)?
Wie können religiöse Praktiken (z. B. Ramadan, Fasten, Gebet, geschlechterbezogene Normen) den Therapieverlauf beeinflussen?
Wie unterscheidet sich kulturelle Bescheidenheit von kultureller Kompetenz, und wie kann EMPOWER nicht nur Studierende, sondern ganze klinische Teams unterstützen?
Wie kann man in der Praxis ein Gleichgewicht zwischen dem Respekt vor der Kultur des Patienten und der Wahrung des Rechts des Patienten auf autonome Entscheidungsfindung aufrechterhalten?
Welche Elemente des EMPOWER-Modells wurden während der Simulation am deutlichsten demonstriert?
Wie können religiöse Praktiken (z. B. Ramadan, Fasten, Gebet, geschlechterbezogene Normen) den Therapieverlauf beeinflussen?
Wie unterscheidet sich kulturelle Bescheidenheit von kultureller Kompetenz, und wie kann EMPOWER nicht nur Studierende, sondern ganze klinische Teams unterstützen?
Wie kann man in der Praxis ein Gleichgewicht zwischen dem Respekt vor der Kultur des Patienten und der Wahrung des Rechts des Patienten auf autonome Entscheidungsfindung aufrechterhalten?
Welche Elemente des EMPOWER-Modells wurden während der Simulation am deutlichsten demonstriert?
Weitere Ressourcen
Szkup Małgorzata, The EMPOWER Model – an Innovative Concept of Multicultural Education for Medical and Health Sciences Students, in: Modern Multicultural Education for Medical and Health Sciences Students, Kapitel 1.
Zusätzliche Bemerkungen
Während der Nachbesprechung erhält der Studierende verstärkende Botschaften, die zur Aufrechterhaltung kultureller Offenheit ermutigen. Der Studierende erhält Feedback zur Wirksamkeit seiner Handlungen und erlebt diese Wirksamkeit durch die Teilnahme am Szenario. Der Studierende kann nach der Nachbesprechung erneut eine aktive Rolle im Szenario übernehmen und die vereinbarten Korrekturen umsetzen. Diese Simulation eignet sich für Studierende der Pflege, der Medizin und verwandter Gesundheitsberufe.