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Aufgabe #13

Beende die Geschichte – Entscheidungen in einer kulturell vielfältigen Gesundheitsbegegnung treffen

Autoren: Elena Rousou, Panagiota Ellina, Paraskevi Charitou

60–90 minutes

Beende die Geschichte – Entscheidungen in einer kulturell vielfältigen Gesundheitsbegegnung treffen

Beschreibung

Die Studierenden lesen eine verzweigte klinische Geschichte über Herrn Karim, einen 67-jährigen Flüchtlingspatienten, und navigieren durch wichtige Entscheidungspunkte zu Kommunikation, Dolmetschereinsatz und kultureller Sensibilität. Jeder Entscheidungsweg zeigt unterschiedliche Ergebnisse und fördert Empathie und kritische Reflexion über interkulturelle Kommunikation im Gesundheitswesen.

Methodischer Leitfaden

Ziele

Erkennen, wie verschiedene kulturelle Werte Entscheidungen im Gesundheitswesen beeinflussen können.
Erforschen, wie Kommunikationsentscheidungen das Vertrauen des Patienten und die Ergebnisse beeinflussen.
Reflektieren, wie eigene Annahmen das professionelle Verhalten leiten können.
Empathie durch Perspektivübernahme und ethische Reflexion entwickeln.

Erwartete Ergebnisse

Verbesserte Fähigkeit, kulturelle und ethische Herausforderungen in der Gesundheitskommunikation zu erkennen.
Größere Empathie für Patientinnen und Patienten aus kulturell vielfältigen oder vertriebenen Hintergründen.
Praktisches Verständnis interkultureller Kommunikationsstrategien.

Übungsablauf

Einführung (5 Min.): Zweck erklären und Anweisungen geben. Studierende in Kleingruppen von 3–5 aufteilen. Grundregel festlegen: 'keine richtigen oder falschen Entscheidungen — nur Lernmomente.'
Geschichte (5–10 Min.): Geschichtsöffnung lesen oder anzeigen (Fall Herrn Karim).
Entscheidungspunkte (20 Min.): Lehrkraft präsentiert jeden Geschichtsast (Wahl A/B).
Diskussion (15–20 Min.): Welches Ende hat Ihre Gruppe erreicht?
Zusammenfassung (10 Min.) und Abschlussreflexion (15–20 Min.).

Durchführungsform

Gruppenarbeit (4–6 Studierende). Optionale Online-Version mit Verzweigungsgeschichten-Tools.

Rolle der Lehrkraft

Einen sicheren Raum für offene Diskussion schaffen. Den Ablauf der Geschichte leiten und die Konsequenzen jeder Wahl darstellen. Zur Reflexion ermutigen statt zu „richtig/falsch“-Urteilen. Helfen, das Lernen aus der Geschichte mit der Berufspraxis zu verbinden.

Theoretische Grundlagen

Diese Übung wendet transformatives Lernen an, indem Studierende in eine verzweigte Erzählung eintauchen, in der ihre Entscheidungen den Ausgang der Geschichte formen. Desorientierendes Dilemma: Studierende stehen vor ethisch und kulturell komplexen Situationen, die keine einzige „richtige“ Antwort haben. Kritische Reflexion: Nach jeder Wahl diskutieren Studierende, warum sie diese Entscheidung getroffen haben und wie sie ihre kulturellen Annahmen widerspiegelt. Dialog und Handlung: Gruppen vergleichen ihre Handlungspfade und analysieren, wie ihre Entscheidungen die Erfahrung und das Vertrauen des Patienten beeinflusst haben.

Praktische Anwendung

Studierende lesen eine kurze klinische Geschichte über einen Flüchtlingspatienten, der eine ambulante Klinik besucht. An mehreren Schlüsselpunkten müssen sie eine von zwei möglichen Handlungen wählen (A oder B). Jede Entscheidung führt zu einer anderen Handlung und einem anderen Ergebnis. Am Ende reflektieren die Studierenden, wie ihre Entscheidungen die Pflegeerfahrung des Patienten beeinflusst haben.

Wissenstransfer

Studierende analysieren ihre Geschichtsergebnisse und vergleichen sie mit anderen Gruppen: Wie haben unterschiedliche Entscheidungen die Ergebnisse für den Patienten geprägt? Welche Werte oder Annahmen leiteten die Entscheidungen? Wie können diese Erkenntnisse auf reale Gesundheitsversorgungskontexte angewendet werden?

Festigung und Reflexion

Peer-Feedback: „Eine Sache, die Ihre Gruppe gut gemacht hat...“ und „Eine Sache, die Sie beim nächsten Mal in Betracht ziehen könnten...“. Das Feedback der Lehrkraft hebt hervor, wie jede Wahl Elemente kultureller Bescheidenheit und patientenzentrierter Kommunikation demonstriert (oder verfehlt).

Benötigte Ressourcen

Gedruckte oder digitale Szenarien der Geschichte. Whiteboard oder Padlet für Gruppenentscheidungspfade. Reflexionsblätter.

Bewertung / Evaluation

Peer-Bewertung: 2 Positivpunkte + 1 Vorschlag basierend auf Kommunikation und Empathie zur Wahl des Geschichtsendes anderer Gruppen (Forumsbeitrag). Selbstbewertungs-Checkliste: Ich habe meine eigenen Vorurteile erkannt. Ich habe kulturelle Faktoren bei jeder Entscheidung berücksichtigt. Ich habe mit Empathie und Respekt kommuniziert.

Praktische Tipps

Betonen, dass es keine „perfekten“ Antworten gibt — jede Wahl bietet Lerngelegenheiten. Optional: Soundeffekte, Fotos oder kurze Zitate von realen Patienten hinzufügen, um den Realismus zu erhöhen.

Diskussionsthemen

Wie können wir Effizienz und Empathie in interkulturellen Begegnungen ausbalancieren?
Welche systemischen Barrieren (z. B. Zeit, Ressourcen) beeinflussen die kulturelle Sensibilität?
Wie können Gesundheitsorganisationen sicherstellen, dass Dolmetscherdienste zugänglich sind?

Weitere Ressourcen

Link zum Video: Bridging borders: WHO Global Research Agenda on Health, Migration and Displacement https://youtu.be/A6wY2GSozzQ
Artikel:
The Lancet (2022). Migrants' health and persisting barriers to accessing health-care systems http://doi.org/10.1016/j.eclinm.2022.101321
Lebano et al., (2020). Migrants' and refugees' health status and healthcare in Europe: a scoping literature review. BMC public health, 20(1), 1039.

Zusätzliche Bemerkungen

Einen sicheren Raum schaffen: Studierende daran erinnern, dass das Ziel die Erforschung von Komplexität ist, nicht das Finden einer „perfekten“ Antwort. Alle Stimmen ermutigen. Wertende Sprache vermeiden; offene Fragen verwenden. Verstärken, dass Dolmetscher ein Recht und kein Privileg in kulturell kompetenter Versorgung sind. Diese Übung eignet sich sowohl als Präsenz- als auch als E-Learning-Modul.