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Aufgabe #11

Durch die Augen des Patienten – kulturelle Perspektiven im Gesundheitswesen verstehen

Autoren: Dr. Elena Rousou, Dr. Panagiota Ellina, Mrs Paraskevi Charitou

90-100 minutes

Durch die Augen des Patienten – kulturelle Perspektiven im Gesundheitswesen verstehen

Beschreibung

Eine szenariobasierte Reflexionsübung, bei der Studierende die Perspektive von Patienten einnehmen, die in realen medizinischen Begegnungen auf kulturelle und sprachliche Barrieren stoßen, und dabei kulturell sensible Kommunikationsstrategien entwickeln.

Methodischer Leitfaden

Ziele

Erkennen, wie die eigenen kulturellen Filter die Interaktionen mit Patienten aus unterschiedlichen Hintergründen beeinflussen. Einfühlungsvermögen zeigen, indem Gesundheitserfahrungen aus der Perspektive eines Patienten mit anderem kulturellen Hintergrund interpretiert werden. Kulturell sensible Kommunikationsstrategien anwenden, um die Patientenbeteiligung zu verbessern und Vertrauen aufzubauen. Eigene Annahmen, Vorurteile und Wissenslücken kritisch reflektieren.

Erwartete Ergebnisse

Erhöhtes Bewusstsein für eigene kulturelle Annahmen. Grundlegende Fähigkeiten in kulturell angepasster Kommunikation. Fähigkeit, praktische Schritte zur Schaffung inklusiver Versorgungsumgebungen zu identifizieren.

Übungsablauf

Schritt 1 (Einführung, 5 Min.): Die Lehrkraft erklärt den Zweck und legt Grundregeln fest; Studierende bilden Gruppen von 3–5 Personen. Schritt 2 (Verzweigtes Szenario, 15 Min.): Studierende navigieren individuell durch den Entscheidungsbaum der chirurgischen Einwilligung. Schritt 3 (Diskussion, 15–20 Min.): Gruppen vergleichen Ergebnisse und diskutieren Barrieren der Patientin. Schritt 4 (Peer-Reflexion, 10 Min.): Jede/r Studierende schreibt zwei Positivpunkte + einen Verbesserungsvorschlag, als würde er/sie den Weg eines Kommilitonen bewerten.

Durchführungsform

Gruppenarbeit (3–5 Studierende pro Gruppe) mit einer individuellen Reflexionskomponente. Kann in Präsenz oder online (Breakout-Räume + Diskussionsforum) durchgeführt werden.

Rolle der Lehrkraft

Die Übung einführen und einen sicheren, respektvollen Ton setzen. Gruppendiskussionen unterstützen und sicherstellen, dass alle Stimmen gehört werden. Strukturiertes Feedback geben, das Prinzipien der interkulturellen Kommunikation hervorhebt. Mit einer offenen Frage oder einer kurzen Selbstreflexion abschließen.

Theoretische Grundlagen

Die Übung basiert auf der Theorie des transformativen Lernens (Mezirow, 1991): ein desorientierendes Dilemma (herausfordernde klinische Szenarien), kritische Reflexion (Studierende untersuchen ihre eigenen Vorurteile) sowie Dialog und Handlung (Gruppenanalyse und kulturell sensible Vorschläge). Sie greift auf Prinzipien der interkulturellen Kommunikation und Rahmenwerke der patientenzentrierten Versorgung zurück.

Praktische Anwendung

Studierende arbeiten sich durch eine chirurgische Einwilligungssituation, in der eine Patientin mit eingeschränkten Kenntnissen der Sprache des Gastlandes einen Sohn hat, der das Übersetzen anbietet, und müssen entscheiden, wie sie vorgehen. Sie identifizieren konkrete Barrieren und schlagen Strategien vor.

Wissenstransfer

Studierende vergleichen ihre angepassten Kommunikationsstrategien und identifizieren Elemente, die auf andere Gesundheitsversorgungskontexte übertragbar sind (z. B. psychische Gesundheit, Grundversorgung, Gemeindepflege).

Festigung und Reflexion

Peer-Feedback über ein kurzes Feedbackformular (zwei Positivpunkte + ein Verbesserungsvorschlag). Das Feedback der Lehrkraft hebt individuelle Stärken hervor und verknüpft sie mit Prinzipien der interkulturellen Kommunikation, formuliert als „Was gut funktioniert hat“ und „Was noch angepasst werden könnte“, anstatt Fehler aufzuzeigen.

Benötigte Ressourcen

Klinisches Einwilligungsszenario (unten eingebettet). Reflexionstagebücher oder digitale Formulare. Flipchart oder Whiteboard, Marker, Stifte, Haftnotizen. Bei Online-Durchführung: Gruppendiskussion in Breakout-Räumen und Forum für gruppenübergreifendes Feedback.

Bewertung / Evaluation

Jede/r Studierende navigiert durch das Szenario und schreibt eine strukturierte Reflexion im Stil eines Peer-Feedbacks. Die Lehrkraft bewertet die Tiefe der Reflexion und die Qualität des Feedbacks im Format zwei Positivpunkte und ein Verbesserungsvorschlag.

Praktische Tipps

Gruppendiskussionen unterstützen und sicherstellen, dass alle Stimmen gehört werden. Urteile vermeiden. Das Feedback der Lehrkraft sollte individuelle Stärken hervorheben und sie mit Prinzipien der interkulturellen Kommunikation verknüpfen. Studierende dazu anregen, Folgendes zu berücksichtigen: den Einsatz professioneller Dolmetscher; das Recht des Patienten auf direkte Kommunikation; den rechtlichen Standard für informierte Einwilligung; und wie Familiendynamiken Informationen filtern können.

Diskussionsthemen

Stufe 2: Peer-Feedback-Reflexion
Sie haben gerade eine chirurgische Einwilligungsbegegnung navigiert, bei der kulturelle und sprachliche Barrieren echtes klinisches Risiko schufen. Treten Sie jetzt in die Rolle eines Peer-Reviewers. Stellen Sie sich vor, ein Kommilitone wählte den Weg, den Sie nicht gewählt haben. Schreiben Sie zwei Dinge, die Sie gut gehandhabt haben, und eine Sache, die Sie anders vorschlagen würden — zwei Positivpunkte und einen Vorschlag, gemäß dem Peer-Feedback-Rahmen dieser Übung.
- Peer-Feedback – Zwei Positivpunkte + Ein Verbesserungsvorschlag

Weitere Ressourcen

Ressourcen zur kulturellen Kompetenz: https://www.cigna.com/health-care-providers/resources/cultural-competency-health-equity — Organi, Z. K., Nazarenia, M., & Aghaee, F. (2024). Understanding the challenges of language barriers in healthcare. Interdisciplinary Studies in Society, Law, and Politics, 3(3), 28-35. https://doi.org/10.61838/kman.isslp.3.3.5 — Video (4 Min.): Are There Cultural Considerations For Informed Consent? https://youtu.be/xtkyUbupl3M

Zusätzliche Bemerkungen

Allgemeine Feedback-Strategie für Lehrkräfte: Für jede Studierendenleistung ein spezifisches Verhalten/eine Fähigkeit identifizieren (z. B. Anforderung eines professionellen Dolmetschers, Erfragen der Patientenpräferenz), das zugrunde liegende Prinzip der interkulturellen Kommunikation benennen und zur Weiterentwicklung ermutigen, indem es mit der Praxis verknüpft wird.