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Aufgabe #33

Kulturelle Verhaltenslandkarte – Anwendung des EMPOWER-Modells in der klinischen Praxis

Autoren: DrPH Małgorzata Zimny

approximately 70 minutes

Kulturelle Verhaltenslandkarte – Anwendung des EMPOWER-Modells in der klinischen Praxis

Beschreibung

Eine individuelle Übung, bei der Studierende jeden Buchstaben des EMPOWER-Rahmens auf einen selbst gewählten Patienten anwenden und dabei sieben interaktive Stationen durchlaufen — vom Benennen der Patientenemotionen über die Klassifizierung von Verhaltensweisen bis zur Reflexion eigener kultureller Voreinstellungen.

Methodischer Leitfaden

Ziele

Empathie und Kommunikationsfähigkeiten im Umgang mit Patienten aus verschiedenen kulturellen Hintergründen entwickeln. Das Bewusstsein für die Bedeutung von Vielfalt und Inklusion in der medizinischen Praxis schärfen. Die Prinzipien des EMPOWER-Modells in der klinischen Praxis anwenden.

Erwartete Ergebnisse

Klinische Fälle aus einer kulturellen Perspektive analysieren und dabei zentrale Patientenbedürfnisse, Barrieren und Werte identifizieren. Das EMPOWER-Modell anwenden, um angemessene und ethische Kommunikationsstrategien und klinische Lösungen vorzuschlagen. Gewählte Maßnahmen auf der Grundlage verschiedener kultureller Perspektiven begründen. Die eigenen kulturellen Einstellungen und Annahmen reflektierend bewerten und deren Auswirkungen auf die Patientenbeziehung und den Entscheidungsprozess aufzeigen.

Übungsablauf

Studierende wählen einen Patienten, dessen kultureller Kontext ihre klinischen Standardannahmen herausfordert. Sie arbeiten dann durch sieben Stationen in Reihenfolge — eine pro EMPOWER-Buchstabe — und absolvieren an jeder Station eine eigenständige interaktive Aufgabe.

Durchführungsform

Sieben aufeinanderfolgende interaktive Stationen — eine pro EMPOWER-Buchstabe. Studierende arbeiten an jeder Station einzeln und wenden das Prinzip des jeweiligen Buchstabens auf ihren gewählten Patienten an.

Rolle der Lehrkraft

Die Lehrperson fungiert als Moderator und Facilitator: Sie gibt Anweisungen und begleitet die Einzelarbeit. Am Ende gibt sie konstruktives Feedback und unterstützt den Reflexionsprozess.

Theoretische Grundlagen

Erfahrungsbasiertes Lernen: Studierende arbeiten mit realistischen Fallstudien, die Situationen aus der klinischen Praxis widerspiegeln. Fallanalyse, Gruppendiskussion und Präsentation der Ergebnisse ermöglichen es ihnen, kulturelle Kompetenz in einem geschützten Umfeld zu üben. Sozialer Konstruktivismus: Gruppenarbeit und die gemeinsame Erstellung einer Wertelandkarte fördern kooperatives Lernen — Studierende konstruieren gemeinsam Wissen, indem sie Interpretationen und Reflexionen austauschen. Transformatives Lernen: Die Begegnung mit unterschiedlichen Werten, Normen und Überzeugungen von Patienten regt zur Reflexion der eigenen kulturellen Annahmen an. Kritische Pädagogik: Die Übung ermutigt Studierende, Ungleichheiten, Kommunikationsbarrieren und Unterschiede zu erkennen, die aus dem kulturellen Kontext entstehen.

Praktische Anwendung

Die Übung bereitet Studierende direkt auf die Arbeit mit Patienten unterschiedlicher kultureller Hintergründe vor, indem sie achtsame Kommunikation, Empathie und angemessene Reaktionen auf Bedürfnisse vermittelt, die aus unterschiedlichen Werten und Normen entstehen. Die Fallanalyse und die Anwendung des EMPOWER-Modells spiegeln reale klinische Situationen wider, die eine Anpassung des Kommunikationsstils, der Behandlungspläne oder der Unterstützungsformen erfordern.

Wissenstransfer

Die erworbenen Fähigkeiten — die Analyse klinischer Situationen aus kultureller Perspektive, die Anwendung des EMPOWER-Modells und die reflektierte Kommunikation — lassen sich direkt auf die tägliche medizinische Praxis übertragen. Die Studierenden lernen außerdem, eigene Vorurteile zu erkennen und ihren Kommunikationsstil anzupassen, was nachhaltige Einstellungsänderungen und die Entwicklung professioneller kultureller Sensibilität fördert.

Festigung und Reflexion

Vorgeschlagene Fragen zur Selbstreflexion: Was hat mich im analysierten Fall am meisten überrascht und warum? Welche meiner eigenen kulturellen Annahmen wurden in der Gruppenarbeit sichtbar? Welches Element des EMPOWER-Modells war für mich am schwierigsten anzuwenden und warum? Vertiefungsaktivitäten: Vergleich der von verschiedenen Gruppen erstellten Wertelandkarten und Identifikation gemeinsamer Elemente; eine kurze Simulation eines Patientengesprächs unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus dem EMPOWER-Modell; Erstellung einer individuellen Liste bewährter Praktiken für zukünftige klinische Begegnungen.

Benötigte Ressourcen

Elektronische Geräte (Tablet, Smartphone oder Laptop) mit Internetzugang zur MultiCultiMed-Plattform.

Bewertung / Evaluation

Selbsteinschätzung: kurze Antwort in einem Reflexionstagebuch nach Abschluss aller Stationen. Beobachtung durch die Lehrperson: Bewertung der Qualität der Teilnahme, des Engagements und der Fähigkeit, gewählte Lösungen zu begründen.

Praktische Tipps

Teilen Sie die Sitzung in klar definierte Abschnitte ein und geben Sie die verbleibende Zeit für jeden Abschnitt an. Betonen Sie, dass es keine einzige richtige Lösung gibt — was zählt, sind Argumentation und Reflexion. Stellen Sie klare schriftliche und visuelle Anweisungen bereit, um Verwirrung in der virtuellen Umgebung zu verringern.

Diskussionsthemen

Wie können kulturelle Unterschiede das Vertrauen eines Patienten in das Gesundheitspersonal beeinflussen? Welche Elemente des EMPOWER-Modells waren am schwierigsten anzuwenden und warum? Wie können Respekt und Inklusion für Patienten aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen unter Zeitdruck gewährleistet werden? Gibt es alternative Kommunikations- oder Organisationsstrategien, die das Erleben eines Patienten aus einem anderen kulturellen Hintergrund verbessern könnten?

Weitere Ressourcen

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6120152/ — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6571328/ — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7011228/ — Betancourt et al., Cultural Competence in Health Care: Emerging Frameworks and Practical Approaches (Commonwealth Fund, 2002) — Cultural Competence in Health Care — Wen-Shing Tseng, Jon Streltzer (2008)

Zusätzliche Bemerkungen

Fördern Sie eine Atmosphäre der Offenheit und des Respekts — Übungen zu kulturellen Unterschieden können starke Emotionen auslösen oder unbewusste Annahmen offenlegen.