Vom 25. bis 27. Mai 2026 fand in Stettin, Polen, der Europäische Kongress für Multikulturalismus in Medizin und Gesundheitswissenschaften – MultiCultiMed – statt. Die dreitägige Veranstaltung wurde im Rahmen des Erasmus+ KA220-Projekts „MultiCultiMed – Moderne multikulturelle Ausbildung für Studierende der Medizin und Gesundheitswissenschaften“ organisiert.
Für uns war der Kongress weit mehr als nur eine Gelegenheit, die bisherigen Projektaktivitäten zusammenzufassen. Er entwickelte sich zu einem Ort der Begegnung, des Dialogs und des Erfahrungsaustauschs zwischen Forschenden, Lehrenden, medizinischem Fachpersonal, Studierenden und allen, die sich für Multikulturalität in Medizin und Gesundheitswissenschaften interessieren.
Die Veranstaltung brachte über 400 Teilnehmende aus fast 20 Ländern zusammen. Drei Tage lang diskutierten wir, wie sich der Wandel und die zunehmende Diversität von Gesellschaften auf die medizinische Ausbildung, die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten, die Organisation des Gesundheitswesens und die alltägliche Berufspraxis auswirken.
Das Kongressprogramm umfasste Plenarvorträge, Expertenpräsentationen, wissenschaftliche Vorträge, die Nachwuchswissenschaftler-Session, Workshops und Networking-Veranstaltungen. Zu den behandelten Themen gehörten unter anderem interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen, die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten in multikulturellen Kontexten, gesundheitliche Ungleichheiten, Migration, Flüchtlinge, psychische Gesundheit, medizinische Ausbildung, medizinische Simulation, Bevölkerungsalterung, Patientenrechte und die Herausforderungen der Versorgung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund.
Ein besonders wichtiger Bestandteil der Veranstaltung war die Sitzung für Nachwuchswissenschaftler, in der 27 Beiträge von Studierenden, Doktoranden und Nachwuchsforschern verschiedener akademischer Einrichtungen präsentiert wurden. Die Sitzung fand sowohl vor Ort als auch online statt, sodass Teilnehmende aus vielen – auch weit entfernten – Regionen teilnehmen konnten.
Am zweiten Kongresstag wurden außerdem Workshops angeboten. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, an zwei praktischen Workshops teilzunehmen: „Werte im Gleichgewicht: Menschenrechte in der multikulturellen Pflegepraxis“, geleitet von Dr. Elena Rousou und Paraskevi Charitou von der Technischen Universität Zypern, und „Multikulturelle Perspektiven auf physiologisches und funktionelles Altern: Geriatrische Simulation und AGE Reader Workshop“, vorbereitet von Dr. Katarzyna Zgutka von der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin.
Informelle Treffen waren ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Kongresses: Gespräche in den Pausen, Stadtführungen durch Stettin und das Galadinner. Diese Momente zeigen oft am besten, dass internationale Zusammenarbeit nicht allein auf Zeitplänen, Berichten und Ergebnissen beruht, sondern vor allem auf Menschen, Vertrauen und der gemeinsamen Überzeugung, dass das Thema, mit dem wir uns befassen, von entscheidender Bedeutung ist.
Der Kongress schloss mit einer Zusammenfassung der Sitzungen, der Preisverleihung für die Gewinner der Nachwuchswissenschaftler-Sitzung und Dankesworten an unsere Partner und Konsortiumsmitglieder aus Spanien, Slowenien, Zypern, Deutschland, der Ukraine, Portugal und Serbien.
Der Europäische Kongress zum Thema Multikulturalismus in Medizin und Gesundheitswissenschaften hat gezeigt, dass Multikulturalismus in Medizin und Gesundheitswissenschaften weder ein Randthema noch ein fernes Thema ist. Er stellt eine reale Herausforderung für die Ausbildung, die klinische Praxis und die Gesellschaft dar, der sich die modernen Gesundheitssysteme stellen müssen. Deshalb ist es so wichtig, Räume zu schaffen, in denen diese Herausforderungen offen, interdisziplinär und international diskutiert werden können.
Wir danken allen Referenten, Teilnehmern, Nachwuchswissenschaftlern, Projektpartnern, Mitgliedern der wissenschaftlichen und organisatorischen Komitees sowie allen, die zur Vorbereitung und Durchführung des Kongresses beigetragen haben. Es waren drei intensive, anspruchsvolle, aber sehr wichtige Tage – und eine weitere Bestätigung dafür, dass das MultiCultiMed-Projekt einem echten Bedürfnis in der modernen medizinischen Ausbildung entspricht.